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Die Olympus OM-D E-M10 Mark III wurde zwar noch nicht offiziell angekündigt, aber die wichtigsten Daten der Kamera sind schon von sehr vertrauenswürdiger Quelle komplett ins Netz gelangt und werden bereits heiß diskutiert.
Bis vor ein paar Monaten hatte ich noch den Vorgänger als Zweitbody in Benutzung und war damit sehr zufrieden. Bei mir schlägt nur leider immer wieder das Ausprobieren wollen zu und daher hat er für eine andere Kamera Platz machen müssen. Die ursprüngliche Mark I hatte ich sehr kurz war damit aber nicht zufrieden.

Olympus OM-D E-M10 Mark III: Was ist neu?

Der naheliegende Vergleich ist natürlich mit dem Vorgänger E-M10 Mark II. Was ist neu, was bleibt gleich?
– 4K Ultra HD Video Aufnahme bis 30 fps
– neuer TruePic VIII Prozessor
– 121 AF-Punkte statt bisher 81, allerdings keine Phasen AF Punkte
– Focus Bracketing bzw ein sogenannter Multi Focus Shot der vermutlich mehrere Aufnahmen in der Kamera zu einer durchgehend scharfen zusammenführt
– Etwas vergrößerter Griff sowie leichte Änderungen an den Bedienelementen
– UHS II fähiger Kartenslot
– Abgespecktes Menü, teilweise schnellerer Zugriff auf Sonderfunktionen

Ansonsten bleibt natürlich auch vieles gleich. Olympus betreibt Modellpflege, nicht Evolution. Der Sensor ist zumindest was die Auflösung angeht gleich geblieben. Kein größerer Sucher, Auflösung des Displays oder sonstige Verbesserungen. Ein paar kosmetische Änderungen an den Bedienelementen.
Positiv fällt mir persönlich der größer ausgeformte Griff auf.

Vergleich des Gehäuse mit dem Vorgänger

Was kostet die E-M10 Mark III?

Der UVP Preis wird um 50€ von 599 auf 649  angehoben. Das ist in Ordnung, Preise steigen eben. Ich hatte sogar noch mit mehr gerechnet.

Meine Einschätzung der Kamera

Letztendlich bleibt für mich bei der Kamera nicht viel Kaufanreiz übrig. Es gibt ein paar interessante Neuerungen aber die halten sich eben in Grenzen. Die angepriesene neue Bedienung muss man erst einmal abwarten. So wie es auf den ersten Eindruck scheint, sind einfach viele Menüpunkte gestrichen worden. Das macht es nicht unbedingt übersichtlicher. Ein paar Sonderfunktionen kann man dafür schneller erreichen und muss nicht mehr ins Menü dafür. Dafür wurden z.B. bei HDR Bracketing viele Modi einfach weggelassen. Ein Zeichen, dass man sich hier mehr auf die Einsteiger ausrichten will. Dabei gibt es da doch schon genug Potential in der PEN Linie.
Olympus hat nicht am C-AF sondern nur an der Serienbildrate gefeilt, was meiner Ansicht nach dringend nötig wäre. Nur die E-M1 und ihr Nachfolger bieten bei Olympus wirklich  brauchbaren kontinuierlichen Autofokus. Der Marktbegleiter Panasonic hat mit dem DFD, der in fast allen neueren Modellen vorhanden ist einen deutlich besseren Autofokus, wenn es um bewegte Objekte geht. Und das eben nicht nur in den Spitzenmodellen.
Dass die Kamera erneut nur den 16 Megapixel Sensor bekommt, den es schon in der ersten Version gab, finde ich ebenfalls schade. Klar die 4 Megapixel machen sicherlich nicht die Welt aus. Dennoch hat man einfach etwas mehr Reserven beim Beschnitt und auch die Qualität der 20MP Sensoren ist wirklich gut. Selbst die YI M1 Kamera für um die 300 Euro bietet einen 20 MP Sensor (zugegebenermaßen aber sonst nicht viel).

4K ist mittlerweile ein must have geworden. Braucht sicherlich nicht jeder aber da sollten die Hersteller definitiv mit der Zeit gehen. Jedes halbwegs aktuelle Handy bietet 4K. Wieso gibt es, wenn man schon Richtung Video schaut, dann nicht auch eine 120 Bilder pro Sekunde Aufnahme bei Full HD? Damit kann man schöne Zeitlupeneffekte erzeugen. Schade. Aber hat ja nicht mal die E-M1 Mark II die das sicherlich problemlos könnte von der Hardware her.

Für wen lohnt sich die E-M10 Mark III?

Für Besitzer des Vorgängers gibt es wie gesagt nur sehr geringe Neuerungen. Dazu einen höheren Preis, da sich die Mark II schon deutlich unter UVP eingependelt hat und mit dem Erscheinen des Nachfolgers nun sicher nochmal fallen wird. Somit würde ich da definitiv von abraten.
Die Nutzer der E-M10 Mark I können sich die Kamera mal anschauen. Falls sie kein 4K nutzen wollen reicht aber auch hier die E-M10 Mark II auf jeden Fall aus.
Für diejenigen mit aktuellen Panasonic Kameras bietet die E-M10 Mark III im Grunde nichts, was wirklich für einen Wechsel sprechen würde.
Eine G81 gibt es schon fast zum gleichen Preis und die bietet deutlich mehr (in einem deutlich größeren Gehäuse). Und die GX85 ist etwa gleich groß und wartet ebenfalls mit sehr vielen vergleichbaren Funktionen auf sowie einem sehr attraktiven Preis.

Mein Fazit

Ich persönlich bin enttäuscht von der Kamera. Da hätte sich Olympus lieber ein Jahr Zeit lassen sollen. Die Hintergedanken sind logisch. Man will zum Weihnachtsgeschäft eine Neuheit im Programm haben und sich mehr auf die Einsteiger konzentrieren, aber die kommende E-M5 Mark III nicht zu sehr kannibalisieren, denn diese wird mit Sicherheit einige wirklich neue Features bringen (müssen).

Viele, die mit der E-M10 II ein super ausgestattetes Zweitgehäuse benutzt haben und nun upgraden wollten, werden enttäuscht sein denke ich.